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PostHeaderIconDer Friese

Das Friesenpferd gehört zu den ältesten Warmblutrassen Europas. Es entstand in den Niederlanden und Norddeutschland, wo der germanische Volksstamm der Friesen eine großrahmige Pferderasse züchtete, die sich aber von den Kaltblütern unterschied. Es ist ein kraftvolles, großrahmiges Warmblutpferd mit edlem Kopf, großen ausdrucksvollen Augen, hochaufgesetztem, schön. gebogenem Hals, breiter Brust, leicht gespaltener, abfallender Kruppe, üppiger Mähne, tief angesetztem, langem Schweif und starkem Kötenbehang. Im Mittelalter wurde Friesland durch die Zucht eines “großen und schweren Ritterpferdes” bekannt. Nach der Einkreuzung spanischblütiger Pferde im 16. und 17. Jahrhundert wurden Friesen als Barockpferde in berühmten Gestüten und an Fürstenhöfen zu Repräsentationszwecken insbesondere auch als Zugpferd für Prunkkarossen und Paradezwecken gezüchtet. Schwarz wurde damals schon bevorzugt, dies verlieh den Pferden eine gewisse Vornehmheit.

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Da Friesenpferde auch in der Landwirtschaft Verwendung fanden, verlagerte sich ihre Zucht im Laufe der Zeit von den fürstlichen Gestüten auf niederländische Bauern, die sie zweimal (1896 und 1913) vor dem Aussterben bewahrten. Als auch die Pferdehaltung in der Landwirtschaft zurückging, sicherte der Friese sich als Freizeitpferd eine seit 1970 wieder stark zunehmende Verbreitung.
Friesenpferde werden heute ausnahmslos als Rappen gezogen. Zugelassen sind lediglich Abzeichen vorne am Kopf (Flocke, Stern, Stichelhaar) und einige graue Haare an der Unter- oder Oberlippe. Abzeichen an den Beinen sind nicht erlaubt. Die Idealmaße der Friesen betragen bei Stuten 1,56 m bis 1,60 m und bei Hengsten 1,60 m bis 1,65 m.
Die Vielseitigkeit des Friesenpferdes, seine Eignung als Kutschpferd, zugleich seine Lernwilligkeit und Begabung für Dressuraufgaben begründen seine Beliebtheit als Freizeitpferd: Der Friesenfreund kann sein Pferd – natürlich nach entsprechender Ausbildung – anspannen, in der Bahn reiten oder es für Ausritte benutzen. Ist es auch kein typisches Springpferd, so springt es doch einzelne Naturhindernisse gut und sicher.
Mit seinen steppenden Gängen, seinen gefiederten Beinen, die sich wie Federn heben und senken, ist es eine wahre Pracht ihm zuzuschauen. Besonders effektvoll ist der Friese vor einer friesischen “Sjees” mit schwarz-weissem Originalgeschirr. Diese Kutsche ist ein Einachser mit riesigen Rädern, einer Gondel als Sitz und meistens weiss. Nur in der Sjees sitzt der Mann links und die Frau rechts. Die Leute tragen dazu ein volkstümliches altfriesisches Trachtengewand. Diese Kutsche ist der Traum manches Friesenfahrers. In Holland gibt es Fahrturniere, genannt Concoursen, wo extra Friesenfahrprüfungen stattfinden. Ein-, Zweispänner oder Tandem – Friesen an der Sjeese (es gibt sogar ein Stammbuch für friesische Sjezen). Der Friese, der sich am besten bewegen kann, hat gewonnen. Das muss man einmal life erlebt haben! Der Friese wird von Nichtkennern oftmals unterschätzt, denn er kann bei entsprechendem Konditions-Training auch im Marathon oder sogar im Distanzsport eingesetzt werden. Schon sehr oft hat das Friesenpferd seine Leistung als Vierspann-Pferd bewiesen!
Der Friese ist aufgrund seiner spanischen Blutführung – wie die verwandten Pferderassen der Lipizzaner und Kladruber – für die klassische Dressur und die Hohe Schule geeignet. Bei Pferdeveranstaltungen sowie bei Show- und Galavorführungen und im Zirkus auftretende Friesen zeigen je nach Ausbildungsstand die Figuren der Hohen Schule und Lektionen an der Hand, am langen Zügel oder unter dem Sattel, sowie die Schulen über der Erde: Levade, Courbette oder gar die Capriole.
Der Friese ist ein liebenswertes, meist nervenstarkes Pferd mit gutem Temperament, das über eine außerge-wöhnliche Gelehrigkeit verfügt. Es sind hochsensible Pferde, die Familienanschluss brauchen und laufende Reiter- (Schulbetrieb) oder Besitzerwechsel nicht so einfach verdauen.

 

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